Vom freien Willen …

von vulkantaenzerin

Wenn ich die sich noch verkaufenden Frauen reden höre von Selbstbestimmtheit, von Stolz und Respekt dann wird mir übel.  Dabei habe ich selbst die gleichen Reden geschwungen. Hab zuerst mir selbst und dann den anderen versucht mein Leben und das was ich tue schönzureden.

Worauf kann ich denn als Hure meinen Stolz begründen, von wem bekommen wir denn Respekt ?

Jede Einzelne von uns ist Opfer ! So oder so. Opfer der Umstände ihres Lebens egal wo im Lebenslauf man das festmachen will. Jede dieser Frauen hat auf jeden Fall Erfahrung darin Opfer zu sein und dabei dennoch aufrecht zu gehen. Jede ist in der Lage verzweifelte Entscheidungen kühlen Kopfes zu treffen und zu tun was zu tun ist ohne vollkommen daran zugrunde zu gehen. 

Im Opfer sein kenne ich mich aus. Ich war früher schon Opfer. Das Opfer von Menschen die mich hätten schützen sollen. Das Opfer von Vergewaltigern. Das Opfer von Menschen die mein Opfer sein negierten und mich damit verhöhnten.  Ich hatte gelernt mich im jeweiligen Elend einzurichten und es mir so gut es möglich war darin behaglich zu machen.

Mit der Entscheidung mich zu verkaufen setzte ich dem ganzen die Krone auf. Die letzte ultimative Opferung. Eine Selbstopferung. Stolz war ich darauf selbst entschieden zu haben es zu tun. Mich nicht zum Scheiterhaufen führen zu lassen sondern den Weg selbst zu gehen. Erhobenen Hauptes und aus freiem Willen.

Ich verwechselte Stolz und Würde miteinander. Ich glaubte daß meine Würde auf meinem Stolz, auch auf den mit dem ich mich verkaufte begründet sei. Dabei gründete auf dem Stolz, der Eitelkeit mit der ich den Stolz auf diese Opferung vor mir hertrug nur das letzte bisschen Selbstwertgefühl, daß ich da noch für mich haben konnte. Meine Würde hatte ich  mir lange vorher schon nehmen lassen.

Of Free Will…

When I hear the women who are still selling themselves speak of self-determination, of pride and respect, I feel sick. Even though I used to say the same kind of things. Tried to sugarcoat my life and what I’m doing to myself and then everyone else.

What can I base my pride on as a whore, though? Who, I ask you, gives us respect?

Every single one us is a victim! Either way. Victims of circumstance, no matter which part of our lives you want to look at. Every single one of these women has experience being a victim and yet keeping her head up high. Every one of them is capable of making desperate choices with a cool head and to do what must be done without being completely crushed by it.

I know a thing or two about being a victim. I was a victim early on in life. The victim of people who should have protected me. The victim of rapists. The victim of people who denied my victimhood and mocked me with it. I had learned to arrange myself with the misery at hand and to make myself as comfortable as possible within its confines. The decision to sell myself was the pinnacle of that. The ultimate sacrifice. A self-sacrifice. I was proud to have chosen to do it. To not be led to the stake but to walk down that path myself. With my head held high and out of my own free will.

I confused pride and dignity. I thought that my dignity was based in my pride, including the pride with which I sold myself, but in fact that pride, and the vanity with which I carried this pride in my sacrifice, were merely the basis for the last bit of self-esteem I was able to retain. I had allowed my dignity to be taken from me long before.

Many Thanks to Sister Trinity who did this amazing Translation.

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