vulkantänzerin

Mein Tanz auf dem Vulkan

Würde …

Im Reich der Zwecke hat alles entweder einen Preis, oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle
kann auch etwas anderes, als Äquivalent, gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin
kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde.“                                                                                                                                                                        

Imanuel Kant

Dignity

“In the kingdom of ends everything has either a price or a dignity. What has a price can be replaced by something else as its equivalent; what on the other hand is raised above all price and therefore admits of no equivalent has a dignity.

Immanuel Kant 

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Ich habe die Schnauze voll von Euch

Liebe Stephanie Klee,

ich nehme Bezug auf das Interview, dass das Stadtmagazin Zitty Berlin mit Dir geführt hat und ich möchte mich zunächst bei Dir dafür bedanken, dass Du es gegeben hast. Denn hätte ich es nicht gelesen, würde ich immer noch schweigen. Zunächst mal: Ich darf Dich doch duzen? Wo wir doch sozusagen Kolleginnen sind. Denn ja, auch ich kenne die Prostitution gut, ich habe zehn Jahre in ihr verbracht.

Weißt Du, ich finde Deine Aussagen über die Prostitution ganz bemerkenswert. Mich wundert nur ein bisschen, dass Du vergessen hast, einige – mir doch recht wichtig erscheinende Dinge – zu erwähnen.

Zunächst einmal hast Du vergessen, die grundsätzliche Frage zu stellen, ob es der Prostitution überhaupt bedarf. Es ist schön, dass Du wenigstens nicht das alte, abgenudelte Pseudoargument verwendest, ohne Bordelle triebe es die Vergewaltigungsrate hoch (was ja bedeutet, Männer können ihre Triebe nicht kontrollieren, und kämen sie nicht zum Stich, könnten sie ja nicht anders als zu vergewaltigen).

Aber wozu braucht die Gesellschaft Prostitution, Stephanie? Wozu braucht es die Tatsache, dass Männer Frauen kaufen dürfen (denn die meisten Prostituierten sind weiblich, und die, die männlich sind, bedienen das Homosexuellenmilieu). Wie erklärst Du Dir denn diese Tatsache und was sagt sie für Dich aus? Anscheinend ist das für Dich kein Merkmal eines Machtverhältnisses. Und da ist er schon, der erste blinde Fleck auf Deiner Linse.

Der einzige,
der sich bei Prostitution auslebt, ist
der Freier!

Du schreibst, Prostitution sei Sex. Weißt Du, für Sex, da gehören für mich mindestens zwei Personen dazu. Und nicht eine, die die sexuellen Wünsche ausschließlich (!) des Kunden bedient und dabei ihre eigene Sexualität und sich selbst, ihre Person, ihre Persönlichkeit „wegmachen“ muss.

Ich möchte Dich gerne fragen, in welchem Prostitutionsmilieu Du so lebst, wenn Du nicht mitbekommen hast, dass die „Spielarten“ von „Sexualität“, sprich die „Wünsche“ der Freier immer gewalttätiger werden und immer mehr auf Demütigung abzielen. Lies doch mal in den Freierforen, liebe Stephanie, da steht sehr deutlich, dass Männer (Freier) es als Ausdruck ihrer Macht empfinden, wenn sie Frauen im Bordell ins Gesicht spucken, ihr das Sperma „reinspritzen“ dürfen; wenn sie in Sachen Analverkehr schauen wollen, wie viel die Frau „verträgt“; wenn sie ihr ins Gesicht spritzen und wollen, dass sie das Sperma schluckt, nachdem sie, die Freier, ihr den Schwanz bis an die Mandeln reingewürgt haben.

Lies Dir die Sprache in den Freierforen doch mal durch, lies Dir durch, wie ihnen dabei einer abgeht, wie sie es genießen zu wissen, dass die Frau das nicht mag, sondern nur für Geld macht, es aber tun muss, weil sie die verdammte Kohle braucht, oder weil im Nebenzimmer ein Typ sitzt. Wie sie ganz bewusst die Grenzen testen und übertreten und sich ihrer sadistischen Seite dabei, wenn nicht ganz hingeben, so doch zumindest deutlich bewusst werden. Es geht in der Prostitution nicht um Sex, es geht um Macht. Und nur um Macht. Tu nicht so, als könnten Frauen sich dort ausleben in ihrer Sexualität, der einzige, der sich auslebt, ist der Freier, dessen Wünsche Du erfüllst. Und zwar auf Deine Kosten.

Und nein, Stephanie, der Freier vergisst dieses Machtgefühl, das er sich gekauft hat, nicht. Er vergisst nicht, dass Frauen verfügbar sind, dass er sie sich nehmen kann, dass sie dazu da sind, seine Wünsche zu erfüllen, dass sie ihre Sexualität und Seele beim Akt wegmachen und keine Bedürfnisse/Grenzen/Wünsche haben dürfen. Oh nein. Er nimmt dieses Gefühl, dass Sex für ihn mit Macht gleichsetzt, mit raus aus dem Bordell und es wirkt sich auf seinen Umgang mit sich nichtprostituierenden Frauen aus. Prostitution ist Gewalt. Eine Männerbefriedigungsmaschine.

Tu nicht so, als hättest Du nie Freiergewalt erlebt, und erzähl nicht die Mär vom lieben, netten Kunden, der nur kuscheln will und Deine Grenzen immer achtet. Deutschland hat Prostitution legalisiert, und zu was hat das geführt? Zu noch mehr Prostitution und vor allem: zu immer krasserer Nachfrage. Und damit meine ich nicht nur, dass es immer mehr Freier gibt, weil Männer lernen, dass es okay ist, sich Frauen zu kaufen. (Ja, ich höre schon das Pseudoargument, der Freier kaufe ja keine Frau, sondern eine „Dienstleistung“, was für ein Unsinn! Kannst Du Deine Muschi, Deinen Arsch, Deine Brüste, Deinen Mund und das, was Du damit machst, von Dir abkoppeln? Berührt wird immer der ganze Mensch.)

Ihr sprecht NICHT für mich und für keine Prostituierte, die ich kenne!

Schau Dir mal an, was Freier so wollen: Küssen, alles ohne, Analverkehr (auch ohne), Französisch total (heißt Sperma schlucken), Zungenanal, Faustfick, ins Gesicht spritzen, sie wollen Gangbang- und Rape-Partys, sie wollen immer jüngere Mädchen, sie wollen „tabulose“ Mädchen, die darauf konditioniert sind, ALLES zu machen, was der Freier will. Sie wollen Flatrate-Ficken, so viele Mädchen/Frauen wie möglich, alles im Clubeintritt inbegriffen.

Wie erklärst Du Dir das? Es ist doch eindeutig, dass sich mit der Legalisierung der Prostitution ihr wahres Wesen offenbart: Gewalt. Völlige Verfügbarkeit von Frauenkörpern. Das hemmungslose Ausleben von Männermacht. Und: sexualisierte Folter.

Denn, liebe Stephanie, wenn Du Dich mal in den Freierforen umschauen würdest, würdest Du sehen, dass Freier Frauenhasser sind. Dass sie es lieben, Frauen zu quälen, an deren Grenzen des Ertragbaren zu gehen. Und noch was: Freier wollen Zwangsprostituierte. Denn bei denen können sie sich sicher sein, dass die Praktiken mitmachen (müssen), die jede „anständige“ deutsche Prostituierte vom alten Schlag ablehnen würde. Das ist, was Freier wollen.

Wie schaffst Du es zu übersehen, dass mittlerweile in jeder Stadt mehrere Großbordelle stehen, in denen fast nur Frauen arbeiten, die kaum oder wenig Deutsch sprechen, die von ihren „Beschützern“ morgens hingebracht und abends abgeholt werden und die Praktiken anbieten, die weh tun und gesundheitsgefährdend sind? Steh‘n die da drauf oder wie? Alles Masochistinnen? Und Du schreibst, für diese Frauen (aus Rumänien, aus Bulgarien) sei Prostitution eine tolle Alternative? Du findest, Prostitution ist eine tolle Alternative zu Armut?

Du redest von Prostitution, als sei sie etwas, das erstrebenswert wäre, das toll sei für Frauen und Mädchen. Warum erwähnst Du nicht, welche Gründe Frauen in die Prostitution treiben? Und da nehme ich die Zwangsprostitution jetzt schon mal raus. So nebenbei, was ist für Dich Zwang? Sich aus Armut und fehlender Perspektivlosigkeit heraus für die Prostitution entscheiden zu müssen? Das ist für Dich kein Zwang, sondern eine tolle Chance? Selbst Frauen, die „freiwillig“ einsteigen, sind im Gewerbe Zwang ausgesetzt.

Wenn die Zimmermieten so hoch sind, dass sie einen Freier annehmen müssen, obwohl sie nicht wollen, weil sie sich sonst beim „Vermieter“ in Schulden stürzen, zum Beispiel. Wenn sie sich nicht trauen, einen Freier abzulehnen, weil es sonst wieder Stress mit den „Aufpassern“ oder dem „Bordellinhaber“ gibt, der es eben nicht gerne sieht, wenn seine Mädels im Ruf stehen zu „zicken“.

Du stellst es geradeweg so dar, als wollten Frauen sich im Gewerbe ausleben. Liebe Stephanie, ich bin eine von den vielbeschworenen „freiwilligen“ Prostituierten. Mit 18 habe ich angefangen, nachdem ich 17 Jahre lang von meinem Stiefvater verprügelt und sexuell missbraucht worden und von Zuhause abgehauen bin. Ich dachte, ich kann nur das, ich bin nur zum Ficken gut. Und wenn ich eh nur dafür gut bin, dann ist das jetzt meine Lebensversicherung, die mir mein Überleben ermöglicht.

Am Anfang dachte ich noch, ich hätte Macht. Schau da, sie zahlen sogar für Dich. Ich habe mit Hilfe der Prostitution den Zugang zu meinem Körper reguliert. Gelernt habe ich: Über Dich dürfen eh alle drüber. Und dann durfte ich aussieben: Nee, nicht mehr alle, nur noch die, die es sich leisten können.

Ich bin da nicht die einzige. Ich habe keine einzige Prostituierte erlebt, die nicht, als Kind oder als Erwachsene, sexuell missbraucht/vergewaltigt worden wäre oder anderweitig sexualisierte Gewalt erlebt hätte. Und ich wage die steile These, dass unsere Gesellschaft den massenhaften Missbrauch junger Mädchen deswegen nicht konsequent verfolgt, weil er ihr nutzt. Missbrauch ist wie frühes Einreiten. Das ist praktisch, denn durch Missbrauch lernen Frauen/Mädchen zu dissoziieren, sich wegzumachen dabei. Nicht da zu sein (und das ist genau das, wofür der Freier zahlt – dafür, dass der Wille der Frau in dem Moment nicht da ist, denn er hat ihn wegbezahlt).

Der Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und Prostitution ist längst belegt, mindestens 60 Prozent (andere Statistiken sprechen von bis zu 90 Prozent) aller weiblichen Prostituierten wurden als Kind sexuell missbraucht. Das einzige, was diese Frauen ausleben, Stephanie, ist die Reinszenierung ihrer Traumata, die sie so zu verarbeiten hoffen, aber natürlich nicht können. Und Du willst da keine Hilfe aus der Prostitution, sondern Einstiegshilfen in die Prostitution, ja?

Tu nicht so, als hättest Du nie Freiergewalt erlebt!

In der Prostitution leben Frauen, die traumatisiert sind, und die durch die Prostitution weiterhin traumatisiert werden. Oder wie erklärst Du Dir, liebe Stephanie, dass Prostituierte (auch ich) massenhaft an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden (Studien sprechen von mindestens 60 Prozent mit einer voll ausgeprägten PTBS)?

Du erzählst, Prostitution versetze Prostituierte in Hochgefühle, sie seien glücklich, den Kunden glücklich gemacht und Geld in der Tasche zu haben. Aber was heißt „den Kunden glücklich machen“? Das bedeutet doch auch nur, dass ich erfolgreich gewalttätig gegen mich selber geworden bin (indem ich mich wegmache, meinen Ekel, meinen (Wider-)Willen), damit der Kunde gewalttätig an mir werden kann, indem er mich für seine Wünsche benutzt. Und das macht Prostituierte also glücklich, ja? Macht es Dich glücklich, zu dissoziieren und nicht da zu sein?

Du sagst, erst wenn die Prostituierte aus der Bordelltür trete, begänne ihre Traumatisierung, und diese beruhe auf ihrer gesellschaftlichen Diskriminierung. Dazu möchte ich Dir gerne was erzählen, Dir, die Du denkst, es bräuchte Einstiegshilfen statt Ausstiegshilfen.

Ich bin eine von denen, die sich prostituiert haben, als Prostitution in Deutschland längst nicht mehr sittenwidrig war. Soll ich Dir sagen, zu was das geführt hat? Ich habe mich, wie der Großteil aller Prostituierten, nicht als solche angemeldet, weil ich Angst hatte, dann nicht mehr aussteigen zu können. Weil ich Angst hatte, gefragt zu werden, warum ich nicht mehr als Prostituierte arbeiten will, wo das doch ein Beruf wie jeder andere sei. Und genau das ist passiert, als ich aussteigen wollte. Ich habe auf dem Gesundheitsamt Hilfe gesucht und erntete Unverständnis. Und kam nicht raus.

Was hätte ich dem Arbeitsamt denn erzählen sollen, wenn ich einen ALG-II-Antrag stelle, um nicht mehr täglich zehn Schwänze lutschen zu müssen, damit ich wo wohnen und was essen kann? Wovon, würden sie fragen, hätte ich gelebt die letzten drei Monate? Und wenn ich es gesagt hätte, hätten sie mich dann gefragt, warum ich das nicht weitermachen will, es gäbe da ein tolles Bordell hier in der Nähe, die suchen noch…? Oder hätte ich beweisen müssen, dass ich mich nicht mehr prostituiere? Und wie beweist frau das?

Was hätte ich dem Arbeitsamt denn erzählen sollen?

Du vergisst auch den Drogen- und Alkoholkonsum, der im Gewerbe unter Prostituierten herrscht, Stephanie. (Warum wohl? Wenn doch alles so toll ist? Aber anscheinend ist es eine einzige große Party, eine Orgie, da gehört das dazu, zum Sichausleben, ah?) Du vergisst so vieles. Du vergisst Zwangsprostitution, Freiergewalt, Zuhältergewalt (ach, die heißen ja jetzt nicht mehr Zuhälter, sondern „Partner“, „Security“, „Vermieter“). Du vergisst den Frauenhass, den Selbsthass. Du vergisst, dass Vermieter, Bordellbetreiber, Zeitungen (ja, solche Anzeigen in denen Prostituierte sich bewerben sind extrem teuer), der Staat (Steuern) profitieren. Du vergisst, dass alle an einer Prostituierten verdienen, sie ausnutzen.

Wer hat am wenigsten davon? Die Prostituierte. Die kriegt den geringsten Anteil am Geld, alle verdienen an ihr, alle haben was von ihr (Sex, Geld, befriedigte Machtgeilheit), aber was hat sie? Eine Posttraumatische Belastungsstörung, eine Substanzsucht und jede Menge Einsamkeit und Selbsthass. Das alles kommt von der gesellschaftlichen Diskriminierung, ja?

Komisch, mir persönlich kommen bei Flashbacks, die ich auf Grund meiner durch Prostitution verursachten PTBS habe, immer nur die Bilder von mich missbrauchenden Freiern vors innere Auge! Stephanie, frag doch mal TraumatherapeutInnen, woher die PTBS kommt, die die Prostituierten haben die irgendwann (hoffentlich!) bei ihnen landen!

Ich hab die Schnauze voll von euch prostitutionsfremden ProstitutionsbefürworterInnen, die ihr mir erzählen wollt, dass Prostitution ein Beruf wie jeder andere ist. Ich hab keinen Bock mehr auf euch, die ihr allen hier das Märchen von der ach so tollen freiwilligen Prostitution erzählen wollt. Ihr, die ihr keine Ahnung von Prostitution habt und in eurem linken Selbstverständnis irgendwas von „Prostitution ist früher mal Ausdruck von Macht über Frauen gewesen, aber nun ist es eine Umkehr der Power relations, die Prostituierte hat Macht über den Freier“ babbelt. Ich hab nie Macht empfunden, wenn ich unter einem verdammten Freier lag, und ich kenne keine, die das je so gefühlt hat!

Ich krieg das Kotzen über euch, die ihr in der Prostitution seid und euch „Sexarbeiterinnen“ nennt. Weil ihr euch aufschwingt, für uns alle zu sprechen, für uns alle, die in der Prostitution sind, und weil ihr denen, die nichts von Prostitution wissen (Frauen – denn Männer wissen es zumeist, so als Freier, nur die werden euch nicht erzählen, warum sie wirklich ins Bordell gehen, was sie dort wollen und machen!) glauben macht, es sei alles okay.

Es ist NICHT okay.

Ich ertrage das nicht mehr, dass ihr so tut, als würdet ihr für ALLE Prostituierten sprechen. Ihr seid eine Minderheit in der Prostitution. Ihr beschreibt eine Realität, die so nicht stattfindet. Ihr sprecht Opfern von Gewalt das Opferdasein ab und legt ihnen nahe, sich darüber auch noch zu freuen, weil ja alles so toll ist. Ihr macht die MEHRHEIT der Prostituierten mundtot.

Die Mehrheit, die immer noch säuft, Drogen nimmt oder ihren Missbrauch immer und immer wieder reinszeniert in der trügerischen Hoffnung, das lindere den Schmerz. Die Mehrheit, die den Hass derer, die ihnen Gewalt angetan haben, irgendwann übernehmen, in Selbsthass verwandeln und sich „freiwillig“ in diese Gewaltspirale begeben. Ihr überschüttet Frauen, die von Gewalt in der Prostitution sprechen wollen, mit Hohn: „Ach, das tut mir leid, dass DU schlechte Erfahrungen gemacht hast“, ganz so, als läge die Gewalt nicht in der Struktur der Prostitution, sondern in der mangelnden Professionalität der Frau, in ihrer schadhaften Persönlichkeit, die eine ach so tolle Erfahrung nicht ertragen kann.

Ihr befreit niemanden mit eurem neoliberalen Gebabbel!

Ihr wollt für alle sprechen? Ihr sprecht NICHT für mich und für keine Prostituierte, die ich kenne. Ihr nutzt den Umstand, dass die meisten Prostituierten einfach zu beschäftigt sind mit Überleben, zu traumatisiert, um zu sprechen. Ich spreche euch ab, für alle Prostituierten zu sprechen, weil ihr die, die diese Gewalt benennen könnten, mundtot macht, ihr Schweigen nutzt und sie einfach nicht erwähnt und sie damit erneut zu Opfern macht.

Wenn ihr sagt, „es sollen doch alle machen können, was sie wollen“, dann meint ihr doch in Wirklichkeit nur, dass die Freier und die Zuhälter, die hinter euch stehen, machen können sollen, was sie wollen. Und nicht die Prostituierten.

Ihr befreit niemanden mit eurem neoliberalen Gebabbel. Wenn ihr erzählt, Prostitution müsse nur von sämtlichen Kontrollen, Auflagen usw. befreit werden und alles sei supi, dann lügt ihr und verfolgt eine merkwürdige Theorie: Denn wenn Opfer von Sklaverei sich unglücklich fühlen, weil sie Sklaven sind, hilft es dann, Sklaverei zu legalisieren, damit die Sklaven nicht mehr „gesellschaftlich diskriminiert“ werden und sich in der Sklaverei noch besser versklaven lassen können?

Ohne Gruß,
Huschke Mau, huschke.mau@web.de

I’m sick and tired of you!“

After having read an interview with prostitution lobbyist Stephanie Klee, she’s had enough. Now, Huschke Mau ,who has exited prostitution, responds to her. “I am one of those ‚voluntary‘ prostitutes so many people talk about”, she writes. “And I am sick and tired of you prostitution proponents!”

Dear Stephanie Klee,

I am referring to the interview the city magazine Zitty Berlin has conducted with you and first of all, I would like to thank you for giving it. I would still be silent would I not have read it. Before I go ahead: I hope you don’t mind me talking to you from colleague to colleague. Because, yes, I too know prostitution well, having spent ten years in it.

You know, I find your statements concerning prostitution fairly remarkable. I am just wondering a bit that you have forgotten to mention certain things – things that seem rather important to me.

For a start, you forgot to ask the fundamental question as to whether there is a real need for prostitution at all. I am glad that at least, you do not use the same old, trite pseudo argument according to which the cases of rape would go through the roof if we didn’t have brothels (which means that men weren’t capable of controlling their impulses and if they didn’t crawl the kerb, they couldn’t stop themselves from raping).

But what does society need prostitution for, Stephanie? What for do we need the fact that men are allowed to buy women (because most prostitutes are female and those who are male serve homosexual buyers). How do you explain this fact and what does it tell you? Apparently, for you, it is no characteristic of a power relation. And there it is already, the first blind spot on your lens.

The only one
living it up in prostitution
is the punter!

You are writing that prostitution was sex. You know, for me, there is at least two persons involved in sex. It is not one person exclusively (!) serving the client’s sexual wishes while having to “remove” her own sexuality and herself, who she is, her personality.

I would like to ask you which sphere of prostitution your are living in if you haven’t noticed that the “varieties” of “sexualities”, i.e. the punters‘ “wishes” are becoming more and more violent and are more and more seeking to humiliate. Why don’t you read the punters‘ websites, dear Stephanie? It is clearly written there that men (punters) experience it as an expression of their own power when they can spit into women’s faces in brothels and “spurt” their sperm into them; if they can test how much the woman can take when it comes to anal intercourse; when they ejaculate on her face and insist on her swallowing their sperm, after they, the punters, have pushed their dick up to her tonsils.

Why don’t you take a look at the language in those punters‘ forums? Look at how they’re enjoying it, how they’re getting a kick from the knowledge that the woman does not like this, but only does it for the money, that she has to do it because she needs the darn dough or because there’s some dork sitting in the next room. How they consciously test out and violate limits and even if they may not fully indulge in their own sadist side, they at least are fully aware of it. In prostitution, it’s not about sex, but about power. Power and nothing else. Don’t pretend women could enjoy themselves in their sexuality there, the only one living it up is the punter who’s desires you satisfy – at your own costs.

And no, Stephanie, the punter does not forget this feeling of power that he’s paid for. He doesn’t forget that women are disposable, that he can take them for himself, that they are there to satisfy his desires, that they remove their sexuality and soul during the act and aren’t allowed to have needs/boundaries/wishes. Oh, no. He takes this feeling equating sex and power for him and carries it away from the brothel and it affects his demeanor with women who aren’t prostituting themselves. Prostitution is violence. A men-satisfying machine.

Don’t pretend you’ve never experience the punters‘ violence, and don’t tell me the fairy tale of the kind and gentle client who only wants some cuddles and always respects your limits. Germany has legalised prostitution and what has it led to? To even more prostitution and, most of all: to a more and more extreme demand. By this, I don’t only mean that there’s more and more punters, because men learn that it’s okay to buy women. (Yes, I already her the pseudo argument according to which the punter wasn’t buying the women, but a “service”, what nonsense! Can you separate your pussy, your ass, your breasts, your mouth and what you do with them from yourself? It’s always the whole person being touched.)

You do NOT speak for me, nor for any prostitute that I know!

Just take a look at what punters want: kissing, everything without a condom, anal intercourse (without a condom as well), French complete (meaning, swallowing sperm), tongue anal, fist fuck, ejaculating in the face, they want gang-bang and rape-parties, they want younger and younger girls, they want girls “with no taboos” who are conditioned to do EVERYTHING the punter wants. They want flatrate-fucking, as many girls/women as possible, all included in the club’s entry fee.

How do you explain this to yourself? It is clear that with its legalisation, prostitution has shown its true essence: violence. Complete disposability of women’s bodies. The unbridled acting out of male violence. And also: sexualised torture.

Because, dear Stephanie, if you took a look around the punters‘ forums, you would see that punters are misogynists. That they love to torment women, to go to the limits of what’s bearable for them. And there’s something else: punters want forced prostitutes. Because they can be sure that they (have to) accept practices that every “decent”, old-established German prostitute would reject. That is what punters want.

How do you manage overlooking the fact that by now, there are several big brothels in every city and that almost all of the women working there barely speak any German or very little, their “protectors” bringing them there in the morning and picking them up in the evening, women who offer practices that hurt and put their health at risk? Do they enjoy that, or what? All masochists? And you write that for these women (from Romania, from Bulgaria) prostitution was a great alternative? You think that prostitution is a great alternative to poverty?

You talk about prostitution as if it were something worth striving for, something that’s supposed to be great for women and girls. Why do you not mention the reasons driving women into prostitution? And I’m even leaving forced prostitution out of the equation here. By the way, what does coercion mean for you? Having to opt for prostitution out of a place of poverty and lacking perspectives? That is not coercion for you, but a great opportunity? Even the women who enter “out of their free will” are subjected to coercion in this business.

For example, when the room rent is so high that they have to accept a punter even if they don’t want to, because if they don’t, they are covered in debt they owe to the “landlord”. When they don’t dare to reject a punter or they will again get in trouble with the “guards” or the “brothel owner” who doesn’t like it when his girls have a reputation of “being difficult”.

You almost present things as if women wanted to live it up in this business. Dear Stephanie, I am one of those “voluntary” prostitutes so many people talk about. I have started at age 18, after having been battered and sexually abused by my stepfather for 17 years and after having run away from home. I thought this was the only thing I was able to do, that I was only good for fucking. And anyway, if this is the only thing I am good for, then this is my life insurance allowing me to survive.

At the beginning, I thought I had power. Well look, they’re even paying for you. I have regulated the access to my own body through prostitution. This is what I learned: anybody can jump on your bones anyway. And then, I was allowed to filter: nope, not anybody any longer, only those who can afford it.

I am not the only one in this. I have not witnessed one single prostitute who wouldn’t have been sexually abused/raped or experienced some other form of sexualised violence as a child or as an adult. I would even venture to say that the reason why our society doesn’t consistently shut down the mass abuse of young girls is that it serves it. Abuse is like breaking in a horse at an early age. Which comes in useful as with abuse, women/girls learn to dissociate, to remove themselves during the act. To not being there (and this is exactly what the punter pays for – for the women’s will not being there in that moment, because he has paid it away).

The link between sexual abuse and prostitution has long been proven and documented: at least 60 percent of all female prostitutes have been sexually abused in their childhood (with other statistics stating 90 percent). The only thing these women are living out, Stephanie, is the re-enactment of their traumas which they hope being able to process, but of course cannot. And with all of that in mind, you don’t want any support out of prostitution, but into it, right?

Don’t pretend you’ve never experience the punters‘ violence!

There’s women living in prostitution who are traumatised and prostitution traumatises them further. Or how, dear Stephanie, do you explain that there are tons of prostitutes (including myself) suffering from post-traumatic stress disorder (studies show at least 60 percent with fully developed PTSD)?

You talk about prostitution putting prostitutes in high spirits, that they were happy from making the client happy and having money in their pockets. But what does “making the client happy” even mean? It only means that I have successfully turned violent against myself (by removing myself, my disgust, my revulsion and will) so that the client could turn violent against me by using me for his desires. And so this is what makes prostitutes happy, right? Does it make you happy to dissociate and to not be there?

You are saying that the prostitute’s traumatisation only starts when she steps out of the brothel’s door and that this traumatisation was based on society discriminating her. Relating to this, I would like to tell you something, you who thinks that there should be support programs for entering instead of exiting.

I am one of those having prostituted themselves when prostitution wasn’t offending against good morals any longer for a long time in Germany. Should I tell you what this has been leading to? Just like the majority of all prostitutes, I have not registered as such because I was afraid that then, I wouldn’t be able to exit. Because I was afraid of being asked why I didn’t want to work as a prostitute any more, when this was a job like any other. And this is exactly what happened when I wanted out. I had been seeking for help at the public health department and only received incomprehension. And didn’t get out.

What was I supposed to tell the employment office when asking for unemployment benefits so that I didn’t have to suck ten dicks a day any longer, so that I could have a place to stay and something to eat? With what, they would ask, had I made a living in those three months past? And if I would have told them, would they have asked me why I didn’t want to continue doing it, there was such a great brothel nearby, they’re still hiring…? Or would I have had to prove that I wasn’t prostituting myself any more? And how would you prove that?

What was I supposed to tell the employment office?

You also forget the use of drugs and alcohol among prostitutes, Stephanie. (Why? If everything’s so great? But apparently, it’s all just a great big party, a debauch, and it’s just part of living it up, hey?) There’s so many things you forget. You forget the forced prostitution, the punters‘ violence, the pimps‘ violence (oh wait, they’re not called pimps any longer, but “partners”, “security guards”, “landlords”). You forget the hatred of women, the self-hatred. You forget that landlords, brothel owners, newspapers (yes, those adds in which prostitutes promote themselves are extremely expensive), the state (taxes), that they’re all profiting. You forget that everyone makes money out of a prostitute and that they use her.

Who gets the least rewards for it? The prostitute. She receives the smallest share of the money, everyone makes money out of her, everyone gets something out of her (sex, money, a satisfied thirst for power), but what does she get? A Post-Traumatic Stress Disorder, a substance addiction and a whole lot of loneliness and self-loathing. And that’s all due to society’s discrimination, right?

What’s weird is that when I have those flashbacks that I get from the PTSD caused by prostitution, what I see before my mind’s eye are always the images of punters abusing me! Stephanie, why don’t you ask trauma therapists where the PTSD comes from that the prostitutes suffer from who (hopefully!) end up in their practice at some stage?

I’ve had enough of you prostitution proponents with no clue about what prostitution is, you who want to tell me that prostitution is a job like any other. I’m fed up with you, you who try to tell the fairy tale of the oh-so-great voluntary prostitution to everyone. You who have no idea about prostitution and blab something along the lines of “prostitution used to be an expression of power over women, but now, it’s a reversal of the power relations, the prostitute has power over the punter” in your leftist self-conception. I’ve never experienced any power when I lay under some darn punter and I don’t know any woman who’s ever experienced it that way!

You make me want to puke, you who are in prostitution and call yourselves “sex workers”. Because you arrogate the right to speak for us all, for all of us in prostitution, and because you make those who are not in prostitution (women – as men mostly know, such as punters, but they won’t tell you why they really go to brothels, what they’re looking for and what they’re doing there!) believe that it’s all just okay.

It’s NOT okay.

I can’t bear it any longer that you pretend speaking for ALL prostitutes. You’re a minority in prostitution. The reality you’re depicting doesn’t exist that way. You deny victims of violence their being victims, and, what’s more, advising them to be cheerful about it because it’s all so fabulous. You’re silencing the MAJORITY of prostitutes.

The majority that’s still boozing, taking drugs or enacting their abuse again and again, in the treacherous hope this would ease the pain. The majority that, at some stage, adopts the hatred of those committing violence against them, transforming it into self-hatred and “voluntarily” enter this spiral of violence. You spill your sneer over those women wanting to speak up about the violence in prostitution: “Oh well, I’m sorry YOU’ve made bad experiences”, as if the violence wasn’t inherent to the structure of prostitution, but due to the woman’s lacking professionalism, to her damaged personality that makes her unable to support such an amazing experience.

You are liberating nobody with your neoliberal drivel!

You want to speak for everyone? You do NOT speak for me, nor for any other prostitute I know. You profit from the fact that most prostitutes are simply too busy surviving, too traumatised to even talk. I forbid you to speak for all prostitutes, because you silence those who could name this violence, you use their silence and simply don’t mention them, making them victims once again.

When you say “everyone should be allowed to do what they want”, in reality, you only mean that the punters and pimps, those standing behind you, should be allowed to do what they want. Not the prostitutes.

When you say that prostitution should simply be freed from any controls, sanctions etc. and then everything would be super, you’re lying and you pursue a strange theory: If the victims of slavery feel unhappy from being slaves, will it help to legalise slavery so that the slaves won’t be “discriminated by society” any more and can have themselves enslaved even better within the walls of slavery?

Without regards,
Huschke Mau, 
huschke.mau@web.de

Huschke Mau has sent this letter to the German Feministische Partei as they’re the only political party in Germany advocating for a ban of the purchase of sex and for the punishment of punters according to the Swedish Model.

Wertlose Zahlen …

Zuerst war da der Preis den Mann für Sex mit mir zu zahlen hatte. Jeder Einzelne dieser Männer reduzierte mich auf eine Geldsumme und nun werde ich wieder zu einer Zahl entmenscht und „objektivierbar“  Ihr macht uns damit, so gut gemeint es sein mag, auch und immer wieder zu Objekten !

Ich weiß, daß die Politik Zahlen wünscht. Belegbar, vergleichbar, berechenbar.

Trotzdem mir reichts. ich werde so wütend wenn ich all diese Zahlen Verschiebereien lese derweil da draussen Frauen an diesem Scheissgeschäft ganz individuell, sowohl real als auch psychisch, verrecken.

Ich will keine Zahl mehr sein. Ich will daß Ihr uns Frauen ein Gesicht zugesteht. Daß unser Leid nicht mehr mithilfe von Zahlen klein geredet werden soll.

Die Vergewaltigten, Gequälten zu reinem, handlebarem Zahlenmaterial zu machen entmenscht uns nochmals. Nimmt uns Individualität und das Recht darauf Opfer zu sein. Ich muß mich für meine Verzweiflung und Not die mich trieb mich zu verkaufen rechtfertigen. Ich muß belegen daß es ein objektives Leiden am gekauft werden gibt.

Leid ist nicht wägbar, leid ist nicht objektivierbar. Egal wie oft Ihr uns durch den statistischen Wolf dreht wird keine Zahl dem was hier in Deutschland und auch Europa hundertausenden von Frauen an Leid passiert jemals gerecht werden können.

 

Worthless Numbers

First there was the price men had to pay for sex with me. Every one of these men reduced me to a sum of money and now I am being dehumanized into a number, and thus made ‘objectifiable’, again. However well-meaning you may be in doing this, you are making us into objects again and over and over.

I know that politics wants numbers. Provable, comparable, calculable.

Still, I’ve had enough. I get so angry when I see this number-pushing while out there women are dying in this shitty trade, as individuals, both physically and mentally.

I don’t want to be a number anymore. I want you to allow us women to have a face. That our suffering will no longer be trivialized with numbers.

Turning the raped and tortured into numerical data, clean and manageable, dehumanizes us again. Takes away our individuality and our right to victimhood. I have to justify the desperation and destitution that made me sell myself. I have to prove that there is objective suffering in being bought.

Suffering is not weighable, suffering is not objective. No matter how often you run us through your statistical number cruncher, no figure will ever be able to do justice to the suffering that is being inflicted on hundreds of thousands of women here in Germany and in all of Europe.

  Many Thanks to Sister Trinity who did this amazing Translation.

Vom freien Willen …

Wenn ich die sich noch verkaufenden Frauen reden höre von Selbstbestimmtheit, von Stolz und Respekt dann wird mir übel.  Dabei habe ich selbst die gleichen Reden geschwungen. Hab zuerst mir selbst und dann den anderen versucht mein Leben und das was ich tue schönzureden.

Worauf kann ich denn als Hure meinen Stolz begründen, von wem bekommen wir denn Respekt ?

Jede Einzelne von uns ist Opfer ! So oder so. Opfer der Umstände ihres Lebens egal wo im Lebenslauf man das festmachen will. Jede dieser Frauen hat auf jeden Fall Erfahrung darin Opfer zu sein und dabei dennoch aufrecht zu gehen. Jede ist in der Lage verzweifelte Entscheidungen kühlen Kopfes zu treffen und zu tun was zu tun ist ohne vollkommen daran zugrunde zu gehen. 

Im Opfer sein kenne ich mich aus. Ich war früher schon Opfer. Das Opfer von Menschen die mich hätten schützen sollen. Das Opfer von Vergewaltigern. Das Opfer von Menschen die mein Opfer sein negierten und mich damit verhöhnten.  Ich hatte gelernt mich im jeweiligen Elend einzurichten und es mir so gut es möglich war darin behaglich zu machen.

Mit der Entscheidung mich zu verkaufen setzte ich dem ganzen die Krone auf. Die letzte ultimative Opferung. Eine Selbstopferung. Stolz war ich darauf selbst entschieden zu haben es zu tun. Mich nicht zum Scheiterhaufen führen zu lassen sondern den Weg selbst zu gehen. Erhobenen Hauptes und aus freiem Willen.

Ich verwechselte Stolz und Würde miteinander. Ich glaubte daß meine Würde auf meinem Stolz, auch auf den mit dem ich mich verkaufte begründet sei. Dabei gründete auf dem Stolz, der Eitelkeit mit der ich den Stolz auf diese Opferung vor mir hertrug nur das letzte bisschen Selbstwertgefühl, daß ich da noch für mich haben konnte. Meine Würde hatte ich  mir lange vorher schon nehmen lassen.

Of Free Will…

When I hear the women who are still selling themselves speak of self-determination, of pride and respect, I feel sick. Even though I used to say the same kind of things. Tried to sugarcoat my life and what I’m doing to myself and then everyone else.

What can I base my pride on as a whore, though? Who, I ask you, gives us respect?

Every single one us is a victim! Either way. Victims of circumstance, no matter which part of our lives you want to look at. Every single one of these women has experience being a victim and yet keeping her head up high. Every one of them is capable of making desperate choices with a cool head and to do what must be done without being completely crushed by it.

I know a thing or two about being a victim. I was a victim early on in life. The victim of people who should have protected me. The victim of rapists. The victim of people who denied my victimhood and mocked me with it. I had learned to arrange myself with the misery at hand and to make myself as comfortable as possible within its confines. The decision to sell myself was the pinnacle of that. The ultimate sacrifice. A self-sacrifice. I was proud to have chosen to do it. To not be led to the stake but to walk down that path myself. With my head held high and out of my own free will.

I confused pride and dignity. I thought that my dignity was based in my pride, including the pride with which I sold myself, but in fact that pride, and the vanity with which I carried this pride in my sacrifice, were merely the basis for the last bit of self-esteem I was able to retain. I had allowed my dignity to be taken from me long before.

Many Thanks to Sister Trinity who did this amazing Translation.

Der Tanz beginnt

Stolz war ich. Nichts und niemand konnte und wollte mich mehr retten. So trug ich erhobenen Hauptes mein Fleisch zu Markte. Es war mein Opfer das ich dem Schicksal darbrachte um das Ruder nochmals und aus eigener Kraft herumzureissen. Ich warf in die Wagschale was ich noch hatte : MICH.

Es fühlte sich nach einem grossen Schritt an. Nach einer schwerwiegenden Entscheidung die man nicht einfach „so“ trifft. Und gerade weil es mich so viel verzweifelte Kraft und Willensstärke kostete den letzten Schritt zu machen mich zum Verkauf anzubieten machte es mich stolz es zu tun.  Ich fühlte mich stark und heroisch. Glaubte im Untergang noch glänzen zu können. 

The Dance Begins

I was proud. Nothing and nobody could or wanted to save me anymore. So I went to sell my own flesh with my head held high. It was my sacrifice to fate so that I would be able to change its course with my own hands once more. I put on the line what I had left: MYSELF.

It felt like such a big step. Like a profound choice you don’t make ‘just like that’. And precisely because it cost me so much desperate strength to take that final step and sell myself, it made me proud to do it. I felt strong and heroic. Thought I could shine even as I was perishing.

Many Thanks to Sister Trinity for this wonderfull Translation.

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